.. Zunächst war das Israel, wozu die Jünger gehörten. (Dann ist darin aber auch die heutige Menschheit zu sehen, die dem Reich Gottes entspricht.) In Palästina erstrahlte "das Licht der Wahrheit und des Evangeliums Gottes" am hellsten,
in der Zukunft wird hier der größte Abfall (Hass, Krieg und Völkermord) aller Zeiten stattfinden.
Diejenigen, die Jahrhunderte die göttliche Botschaft besessen haben, werden von Gott abfallen und sein Strafgericht erfahren.
Wenn wir Gemeinschaft haben (unsere Freundschaften pflegen), (beten und auch Gotteswort lesen,) wird unser Leben freud- und kraftvoll bleiben.
Manchmal müssen Milde, Geduld und nur unser liebes Wesen zu zeigen, in den Hintergrund treten damit unsere Kraft erhalten bleibt. Es gibt Situationen, in denen müssen wir entschieden für unseren Herrn (unseren Gott) und seine Rechte eintreten (welche uns immer wieder erbauen). In solchen Momenten darf die Gnade und der Friede nicht vergessen werden.
Die größte Gefahr ist jedoch: die Gleichförmigkeit mit der Welt.
In der Bergpredigt (Mt 5–7) stellt der Abschnitt Kap. 5,13–16 einen kleinen Einschub dar. Darin spricht der Herr Jesus über die Stellung seiner Jünger in der Welt. Wenn Er „ihr“ sagt, meint Er damit nicht nur seine Jünger oder spätere Führer im Reich Gottes, sondern wie in den vorausgehenden Seligpreisungen alle seine Jünger zu allen Zeiten, also auch uns!
Der Herr Jesus gebraucht hier zwei für jedermann leicht fassliche Bilder, das Salz und das Licht. Beide sind so allgemein bekannt, dass sie keiner näheren Erläuterung bedürfen, um verstanden zu werden. Und doch ist – wie bei fast allen bildlichen Ausdrücken des Neuen Testaments – ein Hinweis angebracht. Das Salz ist von Natur aus salzig, das Kennzeichen des Lichtes ist, dass es leuchtet. Aber im geistlichen Leben geht nichts automatisch! Da kommt es leider nur zu oft vor, dass die göttliche Kraft durch unser fleischliches Tun behindert und verdeckt wird. Nur deshalb bekommen wir so viele Ermahnungen in den Schriften des Neuen Testaments. Ohne das neue Leben in uns wären jedoch auch diese Ermahnungen nutzlos. Daher sagt der Herr hier auch nicht: „Ihr sollt das Salz und das Licht sein“, sondern: „Ihr seid das Salz der Erde, ... das Licht der Welt.“
Salz
Salz war im Altertum das wichtigste Mittel zum Würzen und Konservieren der Speisen. Salz ist scharf, beißend, aber es erhält und bewahrt das Gute und verhindert Fäulnis und Verderben. Im Alten Testament musste das „Salz des Bundes“ auf Gottes Anordnung zu allen Opfern dargebracht werden (3. Mo 2,13). So ist Salz ein passendes Bild von der heiligenden, bewahrenden Kraft Gottes, die in uns zum Ausdruck kommen soll. Wir sind nicht Zucker oder Honig, sondern das Salz der Erde. Wenn wir in der Schule, bei der Arbeit oder bei sonstigen Gelegenheiten Zeuge von Spöttereien über göttliche Dinge werden und das nicht so stehen lassen, sondern die Spötter in der richtigen Art zurechtweisen, und wenn wir bei bestimmten Witzen nicht mitlachen, dann sind wir das Salz der Erde. Dann übt oft schon unsere Anwesenheit auf die Ungläubigen einen mäßigenden Einfluss aus.
Dass dieses „Salz“ nicht mit menschlicher Schärfe oder gar Bissigkeit verwechselt werden darf, geht aus zwei anderen Stellen hervor. Der Herr sagt in Markus 9,50 zu seinen Jüngern: „Habt Salz in euch selbst und seid in Frieden untereinander“. Paulus schreibt den Kolossern: „Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt“ (Kol 4,6). Gnade und Friede stehen also nicht im Gegensatz zum Salz, sondern sie ergänzen sich gegenseitig.
Salz ist etwas ganz Unscheinbares, Unauffälliges, aber es übt doch eine starke Wirkung aus. Diese ist äußerlich nicht sofort zu erkennen, sondern sie vollzieht sich mehr im Verborgenen und auf die Dauer gesehen. Es mag uns ganz nutzlos erscheinen, als Einzige in unserer Umgebung den Willen und die Gedanken unseres Herrn zu vertreten, aber denken wir daran: „Ihr seid das Salz der Erde“!
Der Herr sagt hier im Unterschied zum nächsten Vers: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Erde ist nicht dasselbe wie Welt. Das griechische Wort kann sowohl „Land“ als auch „Erde“ bedeuten. Hier weist es wohl auf den Schauplatz hin, auf dem Gott bezeugt wird. Zunächst einmal war das Israel, wozu die Jünger ja gehörten. Dann ist darin aber wohl auch der weitere Bereich des Zeugnisses Gottes in der heutigen Christenheit zu sehen, die ja ihrem Umfang nach dem Reich Gottes entspricht. Hier, wo das Licht der Wahrheit und des Evangeliums Gottes am hellsten erstrahlte, wird in der Zukunft der größte Abfall aller Zeiten stattfinden. Darauf zielt der Herr mit seinen folgenden Worten.
Nutzlos
„Wenn aber das Salz kraftlos (oder: fade) geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.“ Das im Altertum bekannte Salz besaß nicht die Reinheit des modernen Kochsalzes. Besonders das am Toten Meer gewonnene Salz enthielt beträchtliche Beimengungen von Mineralien. Wurde dieses Salz bei längerer ungeeigneter Lagerung zu nass, konnte das Kochsalz ausgewaschen werden. Dadurch wurde das Salz fade, „kraftlos“, weil nur die wertlosen Bestandteile übrig blieben, die dann fortgeworfen werden mussten, um von den Menschen achtlos zertreten zu werden.
Der Herr spricht in diesem Abschnitt von der Stellung der Jünger im Reich Gottes. Das Salz ist ein Bild des Einflusses, der von dem Zeugnis für die Heiligkeit Gottes ausgeht. Jemand, dessen Zeugnis diese Kraft nicht besitzt, ist nutzlos. So wird auch Jerusalem, die Stadt, die ihren eigenen König verwarf, von den Nationen zertreten (Lk 21,24). Die Christenheit, die Jahrhunderte die Botschaft der Gnade und der Rettung in Christus besessen hat, wird von Gott abfallen und sein Strafgericht erfahren.
Es handelt sich hier nicht darum, ob ein von neuem geborener Christ verloren gehen kann oder nicht. Darüber lässt uns Gottes Wort nicht im Unklaren. Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat ewiges Leben, und niemand kann und wird diejenigen, denen Er ewiges Leben gegeben hat, aus seiner und des Vaters Hand rauben (Joh 3,36; 10,28.29).
Eine Mahnung
Die Worte des Herrn enthalten jedoch eine ernste Ermahnung für jedes der Seinen. Sind nicht unser geistliches Leben und unser Zeugnis oft fade und kraftlos? Ach, dann taugen wir, praktisch gesehen, für den Herrn nichts! Wir ähneln dem Salz, das seine Würze und Kraft eingebüßt hat. Wenn wir nicht täglich Gemeinschaft mit unserem Herrn durch das Gebet und das Lesen des Wortes Gottes haben, wird unser geistliches Leben trocken, freud- und kraftlos.
Auch wenn wir meinen, immer und ausschließlich Milde, Geduld und liebes Wesen zeigen zu müssen, wird uns die Kraft des Salzes fehlen. Es gibt Situationen, in denen müssen wir entschieden für unseren Herrn und seine Rechte eintreten, auch wenn es wehtun sollte. Dass auch in solchen Momenten die Gnade und der Friede nicht vergessen werden dürfen, wurde bereits bemerkt.
Die größte Gefahr ist jedoch die Gleichförmigkeit mit der Welt. Lot, der Neffe Abrahams, war ein Gläubiger, der sich in der gottlosen Stadt Sodom niedergelassen hatte. Als er am Ende seine Schwiegersöhne vor dem drohenden Strafgericht Gottes warnen wollte, war er in ihren Augen „wie einer, der Scherz treibt“ (1. Mo 19,14).
Manche Christen meinen, aus dem betrachteten Vers sei zu entnehmen, dass wir uns innerhalb der Christenheit und ihrer Organisationen oder gar mit der Welt zusammenschließen und gemeinsam aktiv betätigen müssen, um so in verstärktem Maß einen christlichen Einfluss auf die Regierungen und ihre Gesetzgebung und unsere Mitmenschen ausüben zu können. Aber das ist mit dem Ausspruch des Herrn Jesus „Ihr seid das Salz der Erde“ nicht gemeint. Unser Einfluss auf unsere Umgebung und unser Zeugnis für den Herrn soll nicht durch zahlenmäßige Stärke, sondern durch unsere sittliche Haltung der Absonderung vom Bösen wirken (vgl. Röm 12,2; 2. Kor 6,14–7,1; 2. Tim 2,21; Heb 13,13).
Andererseits darf die notwendige Absonderung von der Welt auch nicht in eine ungeistliche Abkapselung entarten. Denn auch dann können wir nicht sein, was wir sein sollen: das Salz der Erde.
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Bist du ein Jünger? Dann hast du eine wichtige Funktion! Du bist Salz der Erde. Das wird uns in Matthäus 5,13 beschrieben, ein Vers, der den meisten von uns wohl gut bekannt ist. Im Folgenden wollen wir uns den Vers etwas genauer anschauen.
Es geht in unserm Vers um das Reich der Himmel. Damit ist nicht der Himmel gemeint, auch wenn manchmal vom „Himmelreich“ gesprochen wird, sondern ein Bereich hier auf der Erde. Es ist heute der religiös, christliche Bereich, wo der Herr Jesus bekannt wird. Da er als König dieses Reiches verworfen wurde, hat dieses Reich einen verborgenen Charakter angenommen, und wird jetzt vom Himmel aus regiert. In unserem Vers geht es jetzt um die Stellung der Jünger des Herrn in diesem Reich.
Sie sind es eben jetzt auch, die der Herr mit „Ihr seid das Salz der Erde“ anspricht. Die Adressaten dieser Worte sind die Jünger des Herrn, solche also, die sich zu ihm bekennen. So ein Bekenntnis kann zwar auch falsch, d.h. ein bloßes Lippen-Bekenntnis, sein und es existiert gar keine echte Beziehung, aber der Herr geht hier zunächst einmal davon aus, dass dieses Bekenntnis echt ist.
Und seine Jünger, sagt der Herr Jesus, sind eben Salz der Erde. Das ist ganz interessant, wie der Herr Jesus sich hier ausdrückt. „Ihr seid Salz der Erde“, nicht „Ihr müsst...“ oder „Ihr sollt Salz der Erde sein“. Nein, es ist eine Zustandsbeschreibung. Es ist völlig normal, dass wir als Jünger Salz der Erde sind. Das lässt sich gar nicht voneinander trennen. Es ist gut, wenn wir das in unserem Alltagsleben uns immer wieder bewusst machen.
Aber was bedeutet es nun, dass wir „Salz der Erde“ sind. Wir kennen die Funktion von Salz für die Zubereitung von Speisen. Aber es gibt noch eine weitere Funktion, die, in der Zeit der Kühl- und Tiefkühlschränke, etwas in Vergessenheit geraten ist: die der Konservierung, der Erhaltung. Und darum geht es hier.
Frisches Fleisch wird z.B. in Salz eingelegt. So ist es länger haltbar und verfault und vergammelt nicht. Salz kann zwar das, was bereits verdorben ist, nicht wiederherstellen, aber das, was noch gut ist, in diesem Zustand erhalten. „Salz“ stellt somit das erhaltende Prinzip dar, das Verderben oder Fäule entgegenwirkt. Und genau als solcher soll der Jünger in einer Welt leben, in der das Verderben und die Fäulnis der Unmoral und Ungerechtigkeit sich immer weiter ausbreitet.
Wenn wir uns den natürlichen Prozess der Konservierung durch Salz anschauen, dann sehen wir, dass Verderben und Fäulnis nur deshalb aufgehalten werden kann, weil das Salz eine Kraft hat, die dem entgegenwirkt. Diese Kraft werden auch wir haben, wenn wir in Gottesfurcht und in Gemeinschaft mit Gott leben und unser Leben durch praktische Heiligkeit und Gerechtigkeit gekennzeichnet ist.
Ich denke, dass es vor allem unser ganzes Verhalten ist, das die Menschen um uns sehen können, dass diese Auswirkungen hat. Unser Leben, wenn es nach den Gedanken Gottes ist, ist eine Ansprache an die Menschen um uns herum. Es zeigt ihnen, wie ein Leben nach Gottes Gedanken sein soll und verurteilt auch gleichzeitig jedes Verhalten, das nicht nach den Gedanken Gottes ist. Dazu braucht es gar nicht unbedingt großen Worte.
Es geht nicht darum, dass wir jede Ungerechtigkeit und jede Unmoral ansprechen und dadurch verurteilen. Wir maßregeln und stellen nicht alles bloß. Es wäre aber auch falsch, wenn wir immer „gute Miene zu bösem Spiel“ machen und an falscher Stelle schweigen. Es geht hier darum, dass wir das Thema nicht zu unserer Agenda machen, gar politisch aktiv werden. Das bedeutet aber eben nicht, dass wir gleichgültig sind. Lassen wir uns von dem Herrn leiten, wann und wie wir was sagen sollen.
Um überhaupt Salz der Erde zu sein ist es notwendig, dass wir Gottesfurcht haben und in Gemeinschaft mit dem Herrn leben. Je mehr das bei uns der Fall ist, desto mehr werden wir auch das Böse um uns herum empfinden.
Wenn wir der Meinung sind, dass wir das eine oder andere tatsächlich ansprechen sollen, dann ist es notwendig, dass wir es eben aus dieser Gemeinschaft mit dem Herrn heraus tun. Das wird uns dazu bringen genauso über das Böse zu empfinden wie der Herr, aber eben auch in derselben Gesinnung wie der Herr darauf zu reagieren. Es ist sicherlich notwendig, dass wir eine demütige Haltung einnehmen und uns nicht über die Menschen stellen. Wenn wir vielleicht auch dieses oder jenes Böse in unserem Leben nicht getan haben, so sind auch wir solche, die Schuld in unserem Leben Gott gegenüber aufgehäuft haben und auch zu jeder Sünde prinzipiell fähig sind. Stellen wir uns auch immer die Frage, was unsere Motivation ist, wenn wir ein sündiges Verhalten ansprechen – sei es bei Ungläubigen oder Glaubensgeschwistern. Ist es uns wirklich ein Anliegen sie auf ihre Sünde anzusprechen, weil wir wissen, dass ihre Sünde zwischen ihnen und Gott steht? Vor allem lasst uns, wenn irgend möglich, für diese Person lange im Voraus beten, bevor wir so ein Gespräch führen. Das mag nicht immer möglich sein, manchmal ergibt sich spontan eine Gelegenheit und wir sollten sofort reagieren. Aber selbst dann dürfen wir wie Nehemia vor König Artasasta (Neh 2,1f.) ein kurzes Stoßgebet zum Himmel senden.
Was wir bereits gesehen haben: Wir sollen einen konservierenden, erhaltenden Einfluss haben. Dem Umsichgreifen der Ungerechtigkeit und Unmoral um uns herum soll durch uns gewehrt werden. Dazu ist es notwendig, dass wir ein Leben in praktischer Gerechtigkeit und Heiligkeit nach den Willen Gottes Leben. Das wird auch der Fall sein, wenn Gottesfurcht bei uns zu finden ist und wir in Gemeinschaft mit Gott sind.
Wenn wir das verstanden haben, dann verstehen wir auch gut, dass es leider doch möglich ist, dass wir als Jünger des Herrn nicht diesen Einfluss haben, sondern zu kraftlosem, faden Salz geworden sind. Genau darum geht es in der Warnung des Herrn.
„Wenn aber das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden“ (Mt 5,13b).
Salz war damals eben nicht so rein wie unser industriell gefertigtes Salz und enthielt viele Verunreinigungen. Wenn Wasser an dieses Salz kam, wurde das reine Salz ausgeschwemmt und zurück blieb etwas, was völlig kraftlos war und für nichts mehr sinnvoll zu gebrauchen war, als hinausgeworfen zu werden.
Und so können auch wir eben unsere Kraft verlieren, wenn wir genau wie die Menschen um uns herum leben. Wie sollen wir das Böse, in welcher Form auch immer es auftritt, aufhalten, wenn wir es selber praktizieren, wenn man es unserem Leben nicht ansehen kann, dass wir völlig anderen Prinzipien folgen?!
Wenn wir der Welt gleichförmig werden (vgl. Röm 12,2), ja, sogar „Freunde der Welt“ (Jak 4,4; 1. Joh 2,15–17), dann müssen wir uns nicht wundern, dass wir völlig kraftlos, und somit völlig nutzlos geworden sind, denn darum geht es hier. Die Frage, ob jemand von neuem geboren ist, oder nicht, wird hier gar nicht thematisiert. Es geht um das Zeugnis des Jüngers.
Fragen wir uns doch: Habe ich, durch ein gottgeweihtes Leben einen erhaltenden, das Böse eindämmenden Einfluss auf die Menschen um mich, oder haben die Menschen um mich herum, aufgrund meiner Gleichförmigkeit und Weltlichkeit einen verderbenden Einfluss auf mich?
Möge der Herr uns vor letzterem bewahren und, wenn nötig, uns zu einem kraftvollen Zeugnis für ihn zurückführen. Dazu ist es notwendig, dass wir uns absondern, bösen Einfluss auf unser Leben unterbinden und ein Leben in Gemeinschaft mit ihm leben.